Der Archipel der Enthemmten

Über alternative Rechte, reaktionäre Linke und den „cultural war“ in den USA

von Felix Schilk und Tim Zeidler

Eine verbreitete Erklärung für den fulminanten politischen Aufstieg des Donald Trump lautet, dass seine Wählerbasis sich aus den enttäuschten und abgehängten, weißen und zumeist männlichen Reservearbeitern der deindustrialisierten Regionen rekrutiere, die zu den großen Verlierern des flexiblen und globalisierten Kapitalismus gehören, obwohl sie einst die demographische Mehrheit der Vereinigten Staaten stellten. In der an den Imperativen des Weltmarktes orientierten Politik der Demokraten und Republikaner sei heute kein Platz mehr für diese konservativen Sozialcharaktere und ihre anachronistischen Interessen, was Trump mit seiner politischen Zeitreise in die Vergangenheit zu nutzen wisse. Aus seinem „Make America great again“ spreche demnach die Sehnsucht nach einer Zeit, in der rege Arbeitsdisziplin und das emsige Verfolgen des american way of life noch mit verlässlichem sozialen Aufstieg in die Vorortsiedlungen vergütet wurden, während die strukturell rassistischen Selektionskriterien des Bildungssystems diese Privilegien absicherten.
Trumps Erfolg speist sich jedoch weniger aus konkreten politischen Positionen als aus seiner narzisstischen Inszenierung als Lautsprecher einer „schweigenden Mehrheit“. In den USA wird vom „Trumptrain“ gesprochen, der mit immer größerer Geschwindigkeit, ohne Bremsen und Möglichkeit zur Kurskorrektor durch die politische Landschaft rast. Wer aufspringt erlebt einen Temporausch, ergötzt sich an der Erlebnishomogenität mit anderen Reisenden und nimmt den vorbeiziehenden Horizont nur noch als verzerrte Kulisse wahr. So bietet Trump die ideale Projektionsfläche für die Sehnsüchte jener gekränkten Subjekte, die in den letzten Dekaden in allen deindustrialisierten Regionen zu hunderttausenden in die ökonomische und kulturelle Bedeutungslosigkeit entlassen wurden und heute augenzwinkernd als „Trumpenproletariat“ bezeichnet werden. Auf ihren gesellschaftlichen Niedergang folgte unweigerlich auch der Verlust der verbindlichen kulturell-hegemonialen, identitätsstiftenden Repräsentationsangebote, deren aggressive Verteidigung Trump verspricht. „This is the day we take our country back”, schrie er vor kurzem seinen Unterstützern entgegen.
Es geht also um seine Funktion in einem Kampf um kulturelle Narrative, wie Joseph Bernstein auf BuzzFeed bemerkte: „Trump erfüllt für die Chanterculture [ein Neologismus aus Counterculture und dem Imageboard 4chan] eine ähnliche Funktion wie für seine politischen Unterstützer: er gibt rassistischen, xenophoben und hasserfüllten Gefühlen kultureller Verunsicherung eine laute, öffentliche Stimme. Er fungiert nicht als Politiker mit Grundsätzen und einer Strategie als vielmehr als Verkünder eines Gegennarratives”1) zum modernen amerikanischen Liberalismus. Trumps Kernthemen sind deshalb die Zurückweisung von Zuwanderung und ein rigides Staatsbürgerschaftsrecht, während seine sozial- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen schlechterdings inkohärent sind. Bereits 2011 gehörte er zu den notorischen Unterstützern der „Birther”, die eine Verschwörungstheorie amerikanischer Rassisten verbreiteten und Barack Obamas amerikanische Staatsbürgerschaft anzweifeln. Nachdem Trump im amerikanischen Fernsehen immer wieder Obamas Geburtsurkunde eingefordert hatte, stellte ihn dieser vor hunderten lachenden Journalisten beim White House Correspondents’ Dinner bloß.2) Vielleicht hat diese Kränkung vor laufenden Kameras nicht unwesentlich zu Trumps Kandidatur beigetragen.
Die Emphase des Identitären macht Trump ebenfalls zur Ikone der europäischen Souveränisten und der Neuen Rechten. Durch den Trumptrain sehen sie einen Resonanzraum geöffnet, in den sie metapolitisch intervenieren können. „[E]r hat alle geistig agilen und rebellischen Kräfte des konservativen Lagers in einer Front vereint, die den ‚cultural war‘ gegen die Linksliberalen gewinnen könnte“, schrieb Martin Sellner, der Kopf der Identitären Bewegung Österreichs, auf dem Webblog der neurechten Zeitschrift Sezession. „Das Phänomen Trump hat eine befreiende Wirkung auf die gesamte US-amerikanische Metapolitik […]. Identität – das entscheidende Thema des 21. Jahrhunderts drängt wie ein jungscher Archetyp im kollektiven Bewußtsein auf“3). Für Götz Kubitschek, leitender Redakteur der Sezession und strategischer Vordenker der Neuen Rechten in Deutschland, dürfte Trump, ähnlich wie Akif Pirinçci, eine der von ihm vielbeschworenen „Ein-Mann-Kasernen“ verkörpern, dessen Indifferenz gegenüber diskursiven Konventionen ihn zur expressiven Loslösung von der etablierten Öffentlichkeit und ihrer auf Ausgleich und Deliberation setzenden Verfahren drängt. Trump posiere als starker Mann auf dem weißen Pferd und würde „Carl Schmitt mit Stolz erfüllen“, schrieb der Faschismusforscher Jeffrey Herf.4) Auch Jürgen Elsässers Compact Magazin verbündete sich vom Anfang an mit Trumps Autoritarismus und widmet ihm derzeit eine Sonderausgabe, in der Hillary Clinton zur „Kandidatin des US-Faschismus“ erklärt wird.
Sein beharrliches Ignorieren der von den Spin Doctors mühsam gebotenen strategischen Zurückhaltung macht Trump auch für viele Unterstützer zu einem imponierenden „Charakter“. Sein offener Bruch mit allen Mindeststandards respektvoller Kommunikation, seine vulgäre Sprache und die aggressive Geringschätzung seiner Gegner wiederholt die Abwendung vom sozialen Miteinander als kulturindustrielles Spektakel, das das Kollektiv der Vereinzelten integriert. Robert Kagan, ein Ideengeber der amerikanischen Neokonservativen, warnte im SPIEGEL kürzlich vor der „Herrschaft des Mobs“ und dem Faschismus, der mit Trump, „einem Egomanen wie aus dem Lehrbuch, der sich gängige Ressentiments und Unsicherheiten zunutze macht“5) , nach Amerika käme. Diese narzisstische Enthemmung ist Teil einer politischen Bewegung, die die politische Kultur der Vereinigten Staaten verschiebt. Im Fahrtwind des Trumptrain versucht die amerikanische Neue Rechte die metapolitische Offensive und meldet sich vor allem in den sozialen Netzwerken immer lauter zu Wort.
Bereits im Januar sorgte Trump für kurze Zeit für Aufregung, als er einen Tweet des Nutzers @whitegenocideTM teilte. Eine Analyse seines Twitterprofils ergab damals, dass 62 Prozent seiner Inhalte von White Supremacists stammen, die positiv über Trump berichteten.6) Vor einigen Wochen warnte Hillary Clinton bei einer Ansprache in Reno explizit vor dem Einfluss der sogenannten Alt-Right-Bewegung auf Trump: „Er macht von Hass getriebene Gruppierungen salonfähig und hilft einem radikalen Rand die Republikanische Partei zu übernehmen.“7) Der Begriff Alt-Right wurde durch den amerikanischen Identitären Richard B. Spencer popularisiert, der bereits 2010 gemeinsam mit Collin Liddell das Webblog alternativeright.com gründete und seit 2012 das Magazin Radix Journal herausgibt. Spencer ist weiterhin Präsident des Thinktanks National Policy Instituts (NPI), das laut Selbstdarstelltung „dem Erbe, der Identität und der Zukunft der Völker europäischer Abstammung“8) verpflichet ist und regelmäßige Konferenzen organisiert. Neben amerikanischen Szeneautoren trat dort unter anderem der Stichwortgeber der französischen Nouvelle Droite, Alain de Benoist, auf.
Die Alt-Right kann als das amerikanische Pendant zur europäischen Neuen Rechten verstanden werden, mit der sie das Primat des Kulturellen über das Politische teilt und von der sie Begriffe, Theorien und ihr intellektuelles Rüstzeug bezieht. Im Bookstore von Radix findet sich ein einschlägiges Sortiment, das auf die Themen Identität und Rasse fokussiert ist und neben sarrazinesken Abhandlungen über genetisch bedingte Intelligenzunterschiede und antisemitischen Verschwörungstheorien die Ideen von Carl Schmitt, Julius Evola, Martin Heidegger und die übersetzten Schriften ihres eurasischen Adepten Aleksandre Dugin feilbietet. Spencer benennt Nietzsche, Heidegger, die Autoren der Konservativen Revolution und die französische Nouvelle Droite als seine maßgeblichen Inspirationsquellen und beschrieb die Bewegung im Dezember als „Ideologie der europäischen Identität.“9) . Mit dieser Paraphase von „weißer Identität“ knüpft die Alt-Right auch an die Identitäre Bewegung an und sieht wie diese im liberalen Universalismus ihr politisches Feindbild.

Von der Old Right zur Alt-Right

Ebenso steht die Alt-Right aber auch in der Traditionslinie des amerikanischen Paläokonservatismus, der der Old Right der 1940er Jahre entsprungen ist. Als solche wurden in Abgrenzung zur späteren antikommunistischen New Right um den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater die republikanisch-kommunitaristischen Gegner des New Deal bezeichnet, die den innen- und außenpolitischen Interventionismus ablehnten; also für Antiimperialismus und ein „limited government“ stritten, bei dem der amerikanische Werteuniversalismus hinter privatkapitalistischen Partikularinteressen zurücktreten sollte. Die Ablehnung des „social engineering“ korrespondierte mit einem darwinistischen Gesellschaftsbild, das natürliche Hierarchien zwischen Menschen behauptete und deshalb Traditionen und Statusprivilegien verteidigte. Mit Slogans wie „America first“ – das Trump mittlerweile für seinen Wahlkampf adaptiert hat – opponierte die Old Right gegen den amerikanischen Eintritt in den Zweiten Weltkrieg und die Gründung der NATO.
Ganz ähnlich war die Rhetorik, mit der nach 9/11 die Paläokonservativen Pat Buchanan und Ron Paul gegen den Irakkrieg und den „Great Society Republicanism“ der Bush-Administration agitierten. „Eine neokonservative Clique versucht unser Land in eine Reihe von Kriegen zu verwickeln, die nicht im Interesse Amerikas sind “10) , schrieb Buchanan damals in The American Conservative. Er hatte dieses Magazin im Jahr 2002 mit der Unterstützung des griechischen Journalisten Taki Theodoracopulos gegründet, dessen Taki’s Magazine mittlerweile zu den Organen der Alt-Right gehört und die griechischen Neonazis der Goldenen Morgenröte unterstützt.11) Dort firmierte auch Richard B. Spencer als Chefredakteur, bevor er 2010 sein eigenes Webblog startete.
Charakteristisch für die Alt-Right und den Paläokonservatismus ist die anti-elitaristische, verschwörungsideologische Behauptung einer Unterwanderung der republikanischen Partei durch den Neokonservatismus: „Die Bewegung wurde gekapert und zu einer globalistischen, interventionistischen Ideologie der offenen Grenzen gemacht.“12) Aus diesem Grund lehnten Paul und Buchanan George W. Bushs „No Child Left Behind Act“ und den „Medicare Modernization Act“ ab, die das Ziel hatten, mit neoliberalen Instrumenten die Chancengleichheit im Bildungssystem und den Zugang zur medizinischen Versorgung zu verbessern. Auch Bushs gescheiterter „Comprehensive Immigration Reform Act“, der 12 Millionen illegalisierten Migranten den legalen Aufenthalt in den USA und den Zugang zum Arbeitsmarkt garantieren sollte, zog den Unmut der amerikanischen Rechten auf sich. Diesen „Pfad zur Staatsbürgerschaft für Einwanderer ohne Papiere“, den nun auch Clinton fordert, bezeichnet Trump als „Amnestie für alle illegalen Einwanderer“ und bekämpft ihn ebenso vehement wie das Geburtsortprinzip bei der Staatsbürgerschaft. Stattdessen fordert er die Deportation von „illegalen Einwanderern“ und ein Einwanderungsverbot für Muslime.
Die Alt-Right-Bewegung ist ein an die Generation der Millennials und ihre Affinität zu sozialen Medien und der Selbstdarstellung im Internet angepasster „Post-Paläokonservatismus“, wie Paul Gottfried, einer der einflussreichsten Paläokonservativen, einmal bemerkte. Der Großteil ihrer Aktivisten ist relativ jung, ihre politische Sozialisation fand in der Zeit nach 9/11, den Protesten gegen den Irakkrieg und die „freedom agenda“ der Bush-Administration statt, deren proklamierter Werteuniversalismus im Widerspruch zum rechten Ethnopluralismus stand. Obwohl die Ideologie der Alt-Right maßgeblich auf „weiße Identität“ fixiert ist, wäre es allerdings falsch, das Phänomen ausschließlich als eine neue Manifestationsform des weißen Suprematismus zu verstehen, wie es linke Kritiker in den USA und Deutschland überwiegend tun. (Jungle World 38/2016)
Durch ihre provokative Artikulationsform und die fundamentale Zurückweisung von universalistischen Werten vereint die Alt-Right eine Bandbreite an Positionen und stößt auch bei vielen Rechtslibertären auf Anklang. Einer dieser Fürsprecher ist der „free speech fundamentalist“ Milo Yiannopoulos, der auf Breitbart, einer der wichtigsten konservativen Nachrichtenseiten der USA, einen vielzitierten Leitfaden über die Alt-Right schrieb und ihr als Journalist in den Medien zur Aufmerksamkeit verhilft. Laut Yiannopoulos ist die Alt-Right als eine subversive Gegenkultur zur diskursiven Hegemonie der amerikanischen Linken zu verstehen, die junge Rebellen anziehe, weil sie Fun, Grenzüberschreitungen und die Infragestellung sozialer Normen verspreche.13) Breitbart ist eines der wenigen Medien, die Trump seit Beginn seiner Kandidatur publizistisch unterstützen, was dieser mit der Berufung von Breitbart-Chef Steve Bannon als seinen Wahlkampfmanager dankte. Unter dessen Leitung entwickelte sich Breitbart in den letzten Jahren von einer angesehenen konservativen Medienplattform zu einem Sammelbecken rechtspopulistischer Verschwörungstheorien, auf der mit allen Mitteln Stimmungsmache gegen Präsident Obama, Feminismus und Muslime betrieben wird. Während zahlreiche Autoren die Redaktion daraufhin verließen, verkündete Bannon im Juli: „Wir sind ein Podium für die Alt-Right“14) und empfahl Trump sogleich, wieder nationalistischer und populistischer aufzutreten.

Archipel der Enthemmten

Zur Alt-Right gehören selbsternannte „Race realists“ und Anhänger der skurrilen „Human biodiversity“ (HBD), die ihren Rassismus analog zum Ethnopluralismus in Vokabeln der nachhaltigen Vielfalt verpacken, Verschwörungstheoretiker um den Guru Alex Jones sowie die radikal rechtslibertären „Neoreactionaries“ aus dem Umfeld des „Dark enlightenment“ um Curtis Yarvin und Nick Land, denen zufolge die westliche Zivilisation seit der Französischen Revolution einem ununterbrochenen Verfall ausgesetzt sei ebenso wie radikale „Free speech activists“, für die die Einhaltung kommunikativer Mindeststandards bereits politische Zensur bedeutet.15) Auch radikale Maskulinisten wie Jack Donovan, der sich wie Yiannopoulos offen zu seiner Homosexualität bekennt, werden der Alt-Right zugerechnet. Donovan ist Mitglied des neopaganischen Männerbundes wolves of vinland, propagiert einen neuen Tribalismus und publiziert regelmäßig auf einschlägigen Szeneseiten wie Counter-Currents. In Kubitscheks Verlag Antaios ist unlängst eine deutsche Übersetzung seines Buches „The Way of Men“ erschienen, in dem dieser die Rückbesinnung auf eine archaische, kämpferische „Bandenmännlichkeit“ und eine Re-Polarisierung der Geschlechterrollen propagiert.
Ein weiterer Teil der Alt-Right rekrutiert sich aus der „Manosphere“ genannten antifeministischen und misogynen Webblog- und Gamercommunity, die auf Seiten wie reddit, 4chan und 8chan über Männerrechte, Maskulinität und die vermeintliche Viktimisierung von Männern diskutiert, während sie zugleich Frauen in jeder erdenklichen Art und Weise abwertet und aus der Provokation und Desensibilisierung des politischen Gegners ihren Lustgewinn schöpft. Unter dem Hashtag #Gamergate und unterstützt von Yiannopoulos löste dieses Umfeld vor einigen Jahren eine landesweite Debatte über den Einfluss des Feminismus auf die Computerspielindustrie aus, der die Internet-Community politisierte. Mit einem „hervorragenden Gespür für die Funktionsweise des Internets“ (BuzzFeed) sorgt diese nun für die virale Verbreitung der Memes der Alt-Right.
Das einflussreichste dieser Memes ist das Epitheton „Cuckservative“, in dem Rassismus, Misogynie und die Affinität für Verschwörungstheorien eine krude Melange bilden. Es tauchte im Vorfeld der amerikanischen Vorwahlen auf und sollte die konservativen Kritiker Donald Trumps als devote „race traitors“ diffamieren. Der Neologismus steht für „cuckolded conservative“, womit auf dieClark, Alfred W. (2015): „Cuckservative,“ a definition, Radix, http://www.radixjournal.com/blog/2015/7/16/cuckservative-a-definition, 16.7.2015. in der BDSM-Szene verbreitete Praxis des cuckolding angespielt wird, bei dem eine Frau ihren Partner auf dessen Wunsch hin durch Sex mit anderen Männern erniedrigt. Als Cuckservative gilt ein Konservativer, der die Interessen des weißen Amerika an Minderheiten, Liberale und Linke verrate – eine Verschwörungstheorie, die im Einklang mit einer vulgären und sexualisierten Sprache viel über die psycho-sexuelle Verunsicherung der Alt-Right verrät. Mittlerweile hat sich der Begriff zum populären Label entwickelt, das auf Radix folgendermaßen definiert wird: „Vereinfacht gesagt ist der Cuckservative ein weißer, nichtjüdischer Konservativer (oder Libertärer), der fälschlicherweise denkt, seine eigenen Interessen zu verbreiten. Tatsächlich ist der Cuckservative ein radikaler Universalist, der meist an Ethnomasochismus und pathologischem Altruismus zu leiden scheint. Kurz gesagt ist der Cuckservative ein weißer (nicht jüdischer) Konservativer, der nicht rassenbewusst (racially aware) ist.“16)

Ein Novum an Antisemitismus und Hate Speech

Dieser notorische Antiuniversalismus äußert sich nicht nur rassistisch, sondern notwendigerweise auch als Antisemitismus. Im Kampf gegen den Einfluss des Neokonservatismus bedient sich die Alt-Right der alten antisemitischen Argumentationsmuster, dass eine Gruppe jüdischer Intellektueller die amerikanische Politik dominiere.17) Diese Verschwörungstheorie war noch bis in die 1950er Jahre innerhalb der Republikanischen Partei weit verbreitet und konnte erst danach erfolgreich marginalisiert werden. In den sozialen Medien im Umfeld der Alt-Right wird Antisemitismus offensiv ausgelebt. Als die jüdische Journalisten Julia Ioffe einen kritischen Artikel über Trumps Frau Melania schrieb, erntete sie einen Shitstorm seiner Anhänger. Ein Bild zeige Ioffe dabei in Häftlingsuniform in Auschwitz, darüber prangte der Schriftzug „Welcome to Camp Trump“. Ein anonymer Anrufer spielte ihr eine Rede Adolf Hitlers vor. Dem konservativen Journalisten Ben Shapiro wurde, nachdem er Breitbart im März 2016 verlassen und die Geburt seines zweiten Sohnes getweetet hatte, mit der Gaskammer gedroht.
Hate Speech und antisemitische Angriffe auf jüdische Journalisten haben im diesjährigen Wahlkampf ein Ausmaß erreicht, das für die amerikanische Öffentlichkeit ein Novum darstellt, bemerkt auch Oren Segal, der Direktor des Anti-Defamation League Center on Extremism.18) Ein Beispiel dafür ist die Verwendung der „triple parenthese“ zur Hervorhebung jüdischer Namen, die ihren Ursprung im Podcast „The Daily Shoah. The Summer of 88“ des Webblogs The Right Stuff hat, der der Alt-Right zuzurechnen ist. Das Symbol wird dort „(((echo)))“ genannt und soll jüdischen Einfluss visuell verdeutlichen: „Alle jüdischen Namen hallen durch die ganze Geschichte. Das Echo wiederholt die traurige Erzählung indem sie die emotionalen Lektionen unserer großen weißen Sünden übermittelt und uns anfleht, niemals die 6 GoRillion zu vergessen“, heißt es auf dem Webblog.19) Die mittlerweile gelöschte Google Chrome Erweiterung „The Coincidence Detector“ setzte das Echo automatisch um jüdisch klingende Namen auf anderen Websites.
Anfang Juli geriet Trump selbst in einen antisemitischen Skandal. Nachdem Hillary Clinton vom FBI verhört wurde, tweetete er ein Meme, das Clinton vor einem Berg mit 100 Dollar Scheinen zeigte. Auf den Umrissen eines Davidsterns stand „Most Corrupt Candidate Ever!” Das Bild, das im Kontext der Alt-Right auf 8chan entstanden war, wurde kurz darauf wieder gelöscht und durch eine geänderte Version ersetzt, die statt eines Davidsterns einen Kreis zeigte. Trumps Social Media Direktor Dan Scavino behauptete zwar, das Bild auf einem anti-Hillary Twitter Account gefunden zu haben und leugnete Verbindungen zur Alt-Right und antisemitischen Websites. Der Vorfall ist dennoch ein deutliches Beispiel dafür, wie anschlussfähig die Trump Campaign mittlerweile für die paranoiden Verschwörungstheorien der Alt-Right und ihre metapolitische Verbreitung ist. Die israelische Zeitung Haaretz warnte deshalb vor ihrem Einfluss auf die politischen Debatten und die Positionierung der US-Administration zu Israel, die durch Trump in Frage gestellt wird. „Intellektuelle Narrative sind von Bedeutung. Und Juden sind im Zentrum der ressentimentgeladenen Narrative der Alt-Right.“20)

Tribalistische Linke und identitäre Rechte

Die Alt-Right ist zugleich eine Reaktion auf die Modernisierung des amerikanischen Konservatismus und den zunehmenden diskursiven Einfluss der amerikanischen Linken. Während durch „Cuckservative“ gewissermaßen konservative „Gutmenschen“ bezeichnet werden sollen, besteht sein Linksliberale adressierendes Gegenstück im Schmähbegriff des „Social Justice Warriors“ (SJW), der in der Gamergate-Debatte aufkam und seitdem undifferenziert zur Diffamierung von Feministinnen, Antirassisten und der „Black Lives Matter“-Bewegung genutzt wird. Ironischerweise speisen sich die Aktivisten der Alt-Right und einige Teile der amerikanischen Linken dabei aber aus ganz ähnlichen, narzisstischen Triebkräften. Trotz gegensätzlicher Implikationen sind sich die linke Identitätspolitik und das neurechte identitäre Denken in ihrer Gegnerschaft zum Universalismus und ihrer rebellischen Attitüde weitgehend einig. „Es ist als ob der linke Postmodernismus an den Universitäten, der seit Jahrzehnten die Existenz von Wahrheit anzweifelt, sein Spiegelbild in der Zurückweisung von Fakten durch den Milliardär Trump findet.“21)
In den letzten Jahren haben linke Aktivisten an den amerikanischen Universitäten eine Debatte um politische Korrektheit und Privilegien angestoßen, die die hiesige an Emotionalität und bigotter Hysterie bei weitem übertrifft. (Jungle World 35/2016) In zahlreichen Campus wurde dabei die Einrichtung von sogenannten „Safe Space“ gefordert, die Minderheiten und Hypersensible vor einer Auseinandersetzung mit der gewalttätigen Realität schützen soll. Dort können Einzelne und Gruppen ihre partikularen Präferenzen bedingungslos ausleben, ohne sie vor anderen rechtfertigen zu müssen. Mit „Trigger Warnungen“ wird andernorts auf vermeintlich gewalttätige Sprache hingewiesen, durch die sich Menschen verletzt fühlen könnten. Das Konzept, das Opfer von Vergewaltigungen vor einer Retraumatisierung schützen sollte, findet mittlerweile auch Anwendung auf literarische und wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft und ihrer Geschichte, die ohne die Thematisierung von Gewalt und Unterdrückung nicht zu haben ist. Immer öfter werden Literaturwissenschaftler gebeten, Bücher über die Kolonialzeit nicht mehr als Pflichtlektüre zu führen. Der Roman „The Great Gatsby“ wurde am Oberlin-College aufgrund von frauenfeindlichen Passagen auf den Index gewünscht. In einer Sexualstrafrechtsvorlesung in Harvard forderten Studierende tatsächlich, auf die Verwendung des Verbs „to violate“ zu verzichten. Der Kampf um emotionales Wohlbefinden wird auch um sogenannte „Mikroaggressionen“ geführt. (Jungle World 43/2015) Damit sind ungewollt diskriminierende Effekte von Äußerungen gemeint, die gesellschaftliche Machtpositionen festschreiben. An der University of California gilt bereits die Aussage „Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ als diskriminierender Übergriff, der Tugendwächter gegen die Universitätsleitung mobilisiert.
In dieser Debatte geht es weniger um den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung als um Macht und die Schaffung von identitären Schutzräumen für narzisstische Sozialcharaktere. Die Gesellschaft soll nicht mehr in mühsamen, intersubjektiven Auseinandersetzungen verändert, sondern nach Maßgabe starrer Identitäten umgeformt werden, um Widersprüche zwischen Realität und emotionalen Bedürfnissen einseitig aufzulösen. Das untergräbt in letzter Konsequenz jegliche Fähigkeit zu Kritik, Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung. Die Universitäten werden zu diskursfreien Zonen, in denen eine akademische Elite täglich ihre Selbstbestätigung produziert. Wie im Falle des Kleinkindes, das das Realitätsprinzip noch nicht kennt und die Außenwelt deshalb nur aus der dünnhäutigen Perspektive innerer Allmachtsphantasien wahrnehmen kann, führt das sture Beharren auf die Anerkennung der individuellen Bedürfnisse bei deren Ausbleiben zur narzisstischen Kränkung.
Diese Kultur der Kränkungen ist ein Zerrbild des individualisierten Konkurrenzprinzips und Kompensationsprodukt der gesellschaftspolitischen Ohnmacht der Linken nach dem „Ende der Geschichte“ und dem Siegeszug des globalen Neoliberalismus. Sie spiegelt die Dissoziation der Gesellschaft in vereinzelte, durch keine gemeinsamen Interessen mehr verbundene Konkurrenzsubjekte wider, die deshalb zur gemeinsamen Kommunikation nicht mehr fähig sind und stabilisierende Identitäten suchen. „Gesellschaften, die keinen politischen Plan haben, sind vom Prinzip der Kränkung besessen. Kränkung und Gekränktsein sind Waffen von politisch entmachteten und von entpolitisierten Menschen, die auf diese Weise in erneuerter, ‚geheiligter‘ Form die Kampfplätze der marktförmigen Gesellschaft betreten oder sich an ihren Rändern ansiedeln.“22) Die zur politischen Debatte rationalisierte Kommunikationsverweigerung wird daher besonders humorlos und aggressiv vorgetragen, wie ein anderer, in den amerikanischen Medien breit diskutierter Vorfall illustriert.
Als ein Dozent in Yale nach einer eskalierten Diskussion über Halloweenbekleidung auf das Recht auf intellektuellen Diskurs hinwies, wurde er von einer schwarzen Studentin angeschrien: „Es geht nicht darum, einen intellektuellen Raum zu schaffen, verstehen Sie das? Es geht darum, hier ein Zuhause zu schaffen und das tun Sie nicht!“23) In einem anderen Fall schlug einer emotional sichtbar aufgewühlten, jungen Asiatin am Claremont McKenna College in Kalifornien, die während einer Demonstration darauf hinwies, dass auch unter Schwarzen Rassismus verbreitet sei und dies an einer eigenen Erfahrung ausführte, große Ablehnung entgegen.24) Beiträge, die die zur Identität geronnene Weltanschauung in Frage stellen könnten, wollte auch dort niemand hören.
Die ideologische Wahlverwandtschaft dieser linken Diskurspolitik zu neurechten Positionen besteht in ihrem identitären Dogmatismus, der keinen Raum für gesellschaftliche und persönliche Veränderungen lässt. Das bemerkte auch Yiannopoulos in seinem „Guide To The Alt-Right“: „Wäre es ihnen ernsthaft um die Verteidigung von Humanismus, Liberalismus und Universalismus gegangen, hätte der Aufstieg der Alt-Right vielleicht verhindert werden können. […] Stattdessen hat man den Aufstieg tribalistischer, identitärer Bewegungen innerhalb der Linken geflissentlich ignoriert, während man jeden Hauch von ihnen bei den Rechten erbarmungslos unterdrückt hat. Es war vor allem diese Doppelmoral, die zum Aufstieg der Alt-Right führte. Sie ist zum Teil auch für den Aufstieg Donald Trumps verantwortlich.“25)
Für die Alt-Right und ihr Bedürfnis nach Provokation ist die Identitäts- und Sensibilitätspolitik der amerikanischen Linken ein dankbares Angebot, durch das sie sich als subversiver Tabubrecher inszenieren kann. „Die Alt-Right ist ironisch, subversiv und zynisch. Es geht darum die Mittel der Linken gegen sie selbst zu verwenden und die Tropen und Narrative zu zerstören, die sie uns aufgezwungen hat“, bemerkte Gregory Hood auf Radix. „‚Die Umwertung der Werte‘ ist der Schlüssel zur linken Moralvorstellung.“26) Dabei kann sie sich auch auf Unterstützung durch Rechtslibertäre wie Yiannopoulos verlassen. In den sozialen Medien im Umfeld der Alt-Right wurde dafür zuletzt der Begriff „Regressive left“ rekuperiert, mit dem Linksliberale wie Richard Dawkins und Maajid Nawaz die linke Sympathie für den Islamismus kritisierten.27)

Politik der destruktiven Sehnsucht

Die neurechten „Ein-Mann-Kasernen“ sind jedoch ebenso narzisstisch veranlagt wie die bigotten Realitätsentsager. Während die tribalistische Linke die Zumutungen einer gewaltvollen Realität im privaten Schutzraum von sich weist und mit ihrem infantilen Bedürfnis nach einem widerspruchslosen Zuhause jegliche Intersubjektivität, durch die das Individuum sich verändern könnte, negiert, geht es den rechten Tabubrechern um Provokation als Selbstzweck, die den politischen Gegner zum Zwecke des Lustgewinns bloßstellt. Beide erkennen das Gegenüber nicht mehr als gleichberechtigten Diskussionspartner an. Stattdessen ist der Bezug zur Außenwelt einseitig und lediglich Entäußerung narzisstischer Affekte ohnmächtiger Subjektivität. Der Safe Space muss dabei genauso aggressiv verteidigt werden wie die Identität des weißen Amerika, weil beide fragile Konstruktionen sind. Dahinter stecken eine irrationale Sehnsucht nach Homogenität und eine souveränistische Kontrollsucht, die lediglich in anderer Form artikuliert werden.
Diesen Zusammenhang hatten wohl auch die Macher der Animationsserie South Park im Blick, die die gesamte 19. Staffel dieser Thematik widmeten. Ausgerechnet der autoritäre Idealcharakter Cartman wurde dabei zum eifrigsten Propagandisten der „Safe Space“-Ideologie erwählt und deutlich gemacht, dass der aggressive Körperpanzer der Enthemmten eine ähnliche Funktion wie der defensive Safe Space der Sensiblen erfüllt. Das erklärt die Emotionalität und den affektiven Hass, mit der Trumps Anhänger und Gegner aufeinander reagieren. Trump ist vor allem ein sozialpsychologisches Phänomen und deshalb so erfolgreich.
Im Gegensatz zur Neuen Rechten in Europa ist auch die Alt-Right wesentlich durch neue Medien und soziale Inszenierungsformen gekennzeichnet. Zwar existiert ebenfalls ein Netzwerk von Thinktanks, Journals und Intellektuellen, die daran arbeiten, ihr Denken ideologisch zu bündeln und strategisch zu lenken. Allerdings ist ihr Verhältnis zu den Internetaktivisten weniger elitär und durch keinerlei Berührungsängste gehemmt. Das macht die Bewegung ebenso unberechenbar wie den Trumptrain. „Die Politik wird dunkler und die Menschen anfälliger für die Versprechungen von Demagogen. Noch nie war eine offen antidemokratische, pro-autoritäre Rechte in Amerika so erfolgreich.“28) Nigel Farange frohlockte neulich bei einem Besuch bei Trump und drohte: „Wenn sich genug anständige Menschen gegen das Establishment auflehnen, ist alles möglich.“29) Die Alt-Right hofft darauf, Teil dieses destruktiven Aufstands der Anständigen zu sein und ist dabei momentan einflussreicher als jemals zuvor.

Fußnoten   [ + ]

1. Bernstein, Joseph (2015): In 2015, The Dark Forces Of The Internet Became A Counterculture, BuzzFeed, https://www.buzzfeed.com/josephbernstein/in-2015-the-dark-forces-of-the-internet-became-a-countercult?utm_term=.gjxQZ4Byg#.gb4p9AjP0, 23.12.2015.
2. https://www.youtube.com/watch?v=k8TwRmX6zs4
3. Sellner, Martin (2016): Der Trumptrain und die Achsenzeit, Sezession im Netz, http://www.sezession.de/54293/der-trumptrain-und-die-achsenzeit.html, 10.6.2016.
4. Herf, Jeffrey (2016): Is Donald Trump a Fascist?, The American Interest, http://www.the-american-interest.com/2016/03/07/is-donald-trump-a-fascist/, 7.3.2016.
5. Herf, Jeffrey (2016): Is Donald Trump a Fascist?, The American Interest, http://www.the-american-interest.com/2016/03/07/is-donald-trump-a-fascist/, 7.3.2016.
6. Vgl. Hathaway, Jay (2016): More Than Half of Trump’s Retweets Are White Supremacists Praising Him, Nymag, http://nymag.com/selectall/2016/01/donald-trump-mostly-retweets-white-supremacists.html, 27.1.2016.
7. Flegenheimer, Matt (2016): Hillary Clinton Says ‘Radical Fringe’ Is Taking Over G.O.P. Under Donald Trump, The New York Times, http://www.nytimes.com/2016/08/26/us/politics/hillary-clinton-speech.html?_r=0, 25.8.2016.
8. http://www.npiamerica.org/
9. Gray, Rosie (2015): How 2015 Fueled The Rise Of The Freewheeling, White Nationalist Alt Right Movement, BuzzFeed, https://www.buzzfeed.com/rosiegray/how-2015-fueled-the-rise-of-the-freewheeling-white-nationali?utm_term=.dpvJPzOLw#.eqKLp687D, 28.12.2015.
10. Buchanan, Patrick J. (2003): Whose war?, The American Conservative, http://www.theamericanconservative.com/articles/whose-war/, 24.3.2003.
11. Vgl. Theodoracopulos, Taki (2013): Black Belts and Golden Dawn, Taki’s Magazine, http://takimag.com/article/black_belts_and_golden_dawn_taki/print#axzz4IpMdzYlA, 19.7.2013.
12. Buchanan, zit. nach Carr, David (2002): For Buchanan, a New Pulpit and Target, The New York Times, http://www.nytimes.com/2002/09/09/business/media/09BUCH.html?pagewanted=all, 9.9.2002.
13. Vgl. Bokhari, Allum/Yiannopoulos, Milo (2016): An Establishment Conservative’s Guide To The Alt-Right, Breitbart, http://www.breitbart.com/tech/2016/03/29/an-establishment-conservatives-guide-to-the-alt-right/, 29.3.2016.
14. Bannon, zit. nach Posner, Sarah (2016): How Donald Trump’s New Campaign Chief Created an Online Haven for White Nationalists, Mother Jones, http://www.motherjones.com/politics/2016/08/stephen-bannon-donald-trump-alt-right-breitbart-news, 22.8.2016.
15. Eine ausführliche Einordnung der Ursprünge der Alt-Right bietet Kirchick, James (2016): Trump’s Terrifying Online Brigades. The „alt-Right,“ the „neo-reactionaries,“ and the politics of grievance, Commentary, https://www.commentarymagazine.com/articles/trumps-terrifying-online-brigades, 16.5.2016.
16. Clark, Alfred W. (2015): „Cuckservative,“ a definition, Radix, http://www.radixjournal.com/blog/2015/7/16/cuckservative-a-definition, 16.7.2015.
17. Dieses Verschwörungsnarrativ ist als Vorstellung von vermeintlichen „neokonservativen Netzwerken“ auch außerhalb der Alt-Right verbreitet. Vgl. Volkert, Bernd (2006): Der amerikanische Neokonservatismus. Entstehung – Ideen – Intentionen. Münster: LIT, S. 15f.
18. Vgl. Fleishmann, Cooper/Smith, Anthony (2016): (((Echoes))), Exposed: The Secret Symbol Neo-Nazis Use to Target Jews Online, Mic, https://mic.com/articles/144228/echoes-exposed-the-secret-symbol-neo-nazis-use-to-target-jews-online#.Rq1zVxDbe, 1.6.2016.
19. http://therightstuff.biz/trs-lexicon/
20. Schwartz, Yishai (2016): Banal, incoherent, anti-Semitic and pro-Trump: Why we should take the alt-right seriously, Haaretz, http://www.haaretz.com/opinion/1.722413, 31.5.2016.
21. Herf, a.a.O.
22. Seeßlen, Georg (2015): Semantical Healing, Jungle World 43/2015, http://jungle-world.com/artikel/2015/43/52887.html, 22.10.2015.
23. Friedersdorf, Conor (2015): The New Intolerance of Student Activism, The Atlantic, http://www.theatlantic.com/politics/archive/2015/11/the-new-intolerance-of-student-activism-at-yale/414810/, 9.9.2015.
24. https://www.youtube.com/watch?v=A8UTj8lQJhY
25. Bokhari/Yiannopoulos, a.a.O.
26. Hood, Gregory (2016): The Cuckening, Radix, http://www.radixjournal.com/journal/2015/7/27/the-cuckening, 27.7.2015.
27. Vgl. Bernstein, Joseph (2016): The Rise Of The #Regressiveleft Hashtag, BuzzFeed, https://www.buzzfeed.com/josephbernstein/the-rise-of-the-regressiveleft-hashtag?utm_term=.udD5dDW58#.geWBxgKB0, 15.3.2016.
28. Kirchick, a.a.O.
29. Breitbart News (2016): Nigel Farage at Trump Rally: ‘Anything Is Possible’ When Decent People ‘Stand Up Against the Establishment’, Breitbart, http://www.breitbart.com/2016-presidential-race/2016/08/24/nigel-farage-trump-rally-anything-possible-decent-people-stand-establishment/, 24.8.2016.